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May 26 2011

Ein Bahnhof ist kein Wald: Abrissfirma zieht Klage wegen Hausfriedensbruchs durch

Am 24.5.2011 verurteilte das Amtsgericht Stuttgart zwei Kletteraktivist_innen wegen Hausfriedensbruchs. Sie hatten am 30. August vergangenen Jahres einen Abrissbagger besetzt, mit dem später der Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofes eingerissen wurde. Wie inzwischen durch ein internes Bahndokument belegt ist, hatte die Deutsche Bahn AG den Abriss des Nordflügels im Bauablauf vorgezogen und damit zusätzliche Kosten von mehr als einer halben Million Euro und ungeklärte Baurisiken geschaffen.

Mit dem Urteil von Dienstag wurden nunmehr in drei Verfahren neun Aktivist_innen im Zusammenhang mit der Besetzung des Abrissbaggers wegen Hausfriedensbruchs zu insgesamt 180 Tagessätzen verurteilt. Die Strafanträge stellte die abreißende Baufirma Wolf und Müller. Ob deren Geschäftsführer das dafür notwendige Hausrecht der Deutschen Bahn AG ausüben konnte, ist juristisch umstritten.

Erst vor zwei Wochen hatte in einem anderen Verfahren die Betreiberin des Frankfurter Flughafens, Fraport AG, ihren Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs zurückgezogen. Hier ging es um einen Wald, den die Fraport für den Flughafenausbau zerstören ließ und selbst Strafantrag gegen Waldschützer_innen stellte. Umwelt- und Lärmschutzverbände sowie Bürgerinitiativen hatten die Strafanträge der Fraport massiv kritisiert. Daraufhin erklärte Fraport in einem Brief an kommunale Gremien, kein weiteres Interesse an einer Strafverfolgung zu hegen. Daran erinnert begann der Fraport-Vertreter während der mündlichen Verhandlung vor Gericht hektisch zu telefonieren und zog schließlich den Strafantrag zurück.

Flughafenausbau und Bahnhofsabriss sind politische Konflikte. Es geht dabei immer auch um die Frage, wer über das Gemeinwesen bestimmt: Wem gehört der Wald, wem gehört die Stadt? Fraport und die von der Deutschen Bahn AG beauftragte Baufirma setzen die Demolage öffentlicher Güter als „Hausfrieden“ durch. Im Kräftemessen um Stuttgart 21 wird der Deutschen Bahn AG dieser falsche Frieden nicht nutzen.

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May 11 2011

Öffentlicher Druck wirkt: Fraport zieht Strafantrag gegen Flughafenausbau-Gegnerin zurück

Gestern fand vor dem Amtsgericht Rüsselsheim ein Prozess gegen die Flughafenausbaugegnerin Franziska statt, der nach Baumbesetzungen im inzwischen zerstörten Kelsterbacher Wald im Frühjahr 2009 dreifacher
Hausfriedensbruch vorgeworfen wurde.  Das Verfahren wurde im Verhandlungsverlauf eingestellt, nachdem der Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport AG, die Strafanzeigen zurückzog.

Die Aktionen, die Franziska zur Last gelegt wurden, fanden im Rahmen des Protestes gegen den Bau der Landebahn Nordwest und konkret anlässlich der damit zusammenhängenden Rodung von 250 ha Wald im Frühjahr 2009 statt.  „Ich lebte damals dort im Widerstandsdorf. Als dann im Frühjahr 2009 die Rodungsarbeiten begannen, fand ich: Wir können doch nicht ohne Widerstand zulassen, dass der Flughafen immer weiter ausgebaut wird. Es grenzte meiner Meinung nach an Wahnsinn, zusätzliche Flugbewegungen zu ermöglichen, obwohl die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels weltweit längst bekannt sind und gleichzeitig der zunehmende Fluglärm für die Anwohner_innen immer belastender wird“,  so Franziska.

Noch vor der Einlassung zur Sache wurde Horst Amman, der zuständige Leiter des Flughafenausbaus in den Saal gerufen. Er gab bekannt, die Fraport AG würde ihre Strafanträge zurückziehen. Diese Zurücknahme bliebe aber auf den Einzelfall beschränkt und es solle kein Präzedenzfall geschaffen werden. Daraufhin stellte das Gericht das Verfahren nach § 206a ein, da Hausfriedensbruch nur auf Antrag verfolgt werden darf.

Dem vorausgegangen waren offensichtlich Gespräche zwischen dem Gericht und Herrn Amman in den Sitzungspausen sowie mehrere Telefonate mit Entscheidungsträger_innen der Fraport. Zuvor hatten mehrere Menschen außerhalb des Saales bei als Zeug_innen geladenen Angestellten der Fraport AG kritisch nachgefragt, weshalb denn überhaupt noch verhandelt werde. Es läge doch bereits seit April 2010 ein öffentliches Schreiben der Fraport AG an den Kreistag des Landkreises Groß-Gerau vor, in dem die Fraport AG erklärte, die Verfahren würden nur noch aufgrund eines öffentlichen Interesses, das die  Staatsanwaltschaft sehe, verfolgt.

Der genannten Brief war unter anderem von Thomas Vitzthum, Fraport-Prokurist, unterzeichnet worden. Dieser hatte  auch die Strafträge gegen Franziska unterzeichnet. „In der Zurücknahme der Strafanträge ist kein freundliches Entgegenkommen der Fraport zu sehen, sondern diese ist auf politischen Druck hin geschehen.“, so ein Unterstützer, „Der Konzern befand sich in Erklärungsnot, als nun bekannt wurde, dass die Fraport immer noch Ausbaugegner_innen verfolgen lässt, obwohl nach außen propagiert wurde die Flughafenbetreiber-AG hätte damit längst nichts mehr zu tun.“

zur vollständigen Pressemitteilung zum Prozess gestern

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May 09 2011

Im Wald und auf dem Bahnhof: ROBIN WOODler_innen wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht

Ein Wald wird gerodet und ein Bahnhof abgerissen. Ihren „Hausfrieden“ bricht, wer Bäume und Bahnhof vor den Rodungsmaschinen und Abrissbaggern schützt.

Morgen, am Dienstag, den 10. Mai, stehen drei Aktive von ROBIN WOOD wegen Hausfriedensbruchs vor zwei Gerichten.

Ab 9 Uhr wird vor dem Amtsgericht Rüsselsheim gegen Franziska verhandelt. Vorgeworfen wird ihr  dreifacher Hausfriedensbruch im Zusammenhang mit zwei Baumbesetzungen im Rodungsgebiet des damaligen Kelsterbacher Waldes im Frühjahr 2009 sowie der Räumung unseres Widerstandsdorfes am 18. Februar 2009. Der Wald wurde inzwischen für den Ausbau des Frankfurter Flughafens zerstört, dessen vierte Bahn im Herbst den Betrieb aufnehmen soll.

Um 15:30 Uhr beginnt vor dem Amtsgericht Stuttgart der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen Arne und Cecile. Ihnen wird vorgeworfen, am 30. August 2010 einen Abrissbagger am Nordflügel des Stuttgarter Bahnhofs besetzt zu haben. Inzwischen wurde bekannt, dass die Bahn unter Inkaufnahme erheblicher Mehrkosten den Abriss vorgezogen hatte, um angesichts schwindender politischer Chancen  Fakten für den Abriss zuschaffen.

Die angeklagten Aktivist_innen freuen sich über zahlreiche Prozessbesucher_innen. ROBIN WOOD kritisiert die Strafverfahren als Versuch, gewaltfreie Aktionen zivilen Widerstands zu kriminaliseren.

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March 18 2011

Flughafen Frankfurt: Prozesse gegen Ausbaugegner_innen

Angesichts der Katastrophe in Japan erscheint jedes andere Thema geradezu lächerlich. Doch unsere Aktiven können sich den Zeitpunkt ihrer Gerichtsverfahren nicht aussuchen. Und so stehen in den kommenden Wochen erneut Flughafengegner vor Gericht.

Mit mutigen Aktionen hatten sie sich dem Ausbau des Frankfurter Flughafens entgegengestellt. Die AktivistInnen wollten es nicht hinnehmen, dass 300 ha Bannwald verschwinden und die Fläche mit Beton versiegelt wird. Sie kritisieren, dass der Flughafenausbau gegen den Großteil der Anwohner durchgesetzt wurde, diese aber die Folgen zu tragen haben infolge einer vielfach erhöhten Lärmbelastung und dem Verlust eines wichtigen Naherholungsgebietes. Als katastrophal sehen sie die Pläne der Flughafenbetreiberin, zu Zeiten des Klimawandels auf 700.000 Flugbewegungen/Jahr aufzustocken. Auch die Bedeutung als Abschiebeflughafen wollten die AktivistInnen thematisieren.

Baumbesetzung gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens

Baumbesetzung gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens

Am 08. Mai 2009 fand eine Abseilaktion an einer Brücke statt, um gegen den ersten Spatenstichs zum Bau der neuen Landebahn zu protestieren. Gegen einen der Kletterer wird am 21. März in zweiter Instanz verhandelt. Der Prozess findet um 09:00 Uhr, LG Mainz (Diether-von-Isenburg-Straße), Gebäude A, Saal 201 statt.

Wegen Baumbesetzungen im Rahmen des Widerstands gegen den Bau der Landebahn und die damit verbundene Waldrodung im Frühjahr 2009 sowie eine Ankettaktion bei der Räumung des Hüttendorfes steht am 29. März eine Aktivistin vor Gericht.
Vorgeworfen wird ihr Hausfriedensbruch in drei Fällen. Im Februar 2010 fand bereits ein erster Verhandlungstag statt, der jedoch schon nach einer Stunde vertagt wurde. Der Prozess wird fortgesetzt am 29. März 2011, um 09:00 Uhr, Amtsgericht Rüsselsheim (Johann-Sebastian-Bach-Str. 45), Saal 01.

Unterstützung ist erbeten, eine breite Öffentlichkeit hilft den AktivistInnen enorm in ihrer Verteidigung.

von Aglaia Abel

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February 22 2011

Demonstrationsrechte in Flughäfen und Bahnhöfen gestärkt

Das Bundesverfassungsgericht hat Demonstrationen mit einem Urteil vom 22. Januar im Frankfurter Flughafen erlaubt. Diese Versammlungsfreiheit gilt auch für Bahnhöfe, Häfen oder kommunale Einkaufszentren, wenn sich diese öffentlich genutzten Räume mehrheitlich in staatlichem Besitz befinden, heißt es in dem Urteil.

Anlass des Urteils ist die Klage eines Mitglieds der „Initiative gegen Abschiebungen“, die sich gegen die Abschiebung von Ausländern unter Mitwirkung privater Fluggesellschaften wendet. Nachdem sie mit fünf weiteren Mitgliedern in der Abflughalle des Frankfurter Flughafens im März 2003 an einem Abfertigungsschalter Flugblätter verteilt hatte, erteilte ihr die Fraport AG ein „Flughafenverbot“ mit dem Hinweis, dass gegen sie ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs erstattet werde, sobald sie erneut „unberechtigt“ auf dem Flughafen angetroffen werde.

Das Gericht erklärte nun, dass Proteste in Gebäuden, die überwiegend der öffentlichen Hand gehören zulässig sind, Demonstrationsrechte seien hier nicht einzuschränken. Deshalb gilt das Urteil unter anderem auch für Bahnhöfe und öffentliche Gebäude. Wie die Rechte in z.B. in privaten Ladenpassagen aussähen, ließ der erste Senat des Gerichts offen.

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February 18 2011

Wenn Männer Gefühle zeigen: Dialogforum mit Professor Wörner in Stuttgart

Die Menschen in Stuttgart werden mehr und mehr zu politischen Nachlassverwaltern von Roland Koch. Der ehemalige hessische Ministerpräsident hat ihnen nach seiner Metamorphose zum Oberbetonbauer bei Bilfinger Berger nicht nur seinen langjährigen Sprecher Dirk Metz vererbt, der nun persönlicher Berater von Stefan Mappus ist. Nein, Metz scheint auch nur einen beschränkten Bekanntenkreis und Wortschatz zu haben. Wie anders ist es zu erklären, dass sich heute um 16:30 Uhr potenzielle Teilnehmer eines „Dialogforums“ unter Leitung von Professor Wörner im Stuttgarter Rathaus treffen. Professor Dr. Ing. Johann-Dietrich Wörner ist von Ministerpräsident Mappus beauftragt, die mit der „Schlichtung“ begonnenen Gespräche fortzusetzen und hat dazu ehemalige Teilnehmer der Geißler-Gespräche eingeladen. Beim Dialogforum geht es laut Wörner ausschließlich um die Umsetzung des Kellerbahnhofs, um “das Gefühl und das Vertrauen“ in das Projekt.

Eine möchte schreien: „Junge, komm mir nicht mit Deiner Gefühlsduselei und kümmer Dich um die Fakten!“ Wörner organisiert das große kommunikative Rauschen, damit die unverändert harten Fakten besser flutschen.

Post für Ramsauer

Im Rhein-Main-Gebiet saß er acht Jahre dem “Regionalen Dialogforum” vor, dass der so genannten “Mediation” folgte. Das Dialogforum hat erfolgreich viele widerständige Kräfte gebunden und erschöpft. Kern der “Mediation”: Der Frankfurter Flughafen wird ausgebaut, dafür bekommen über die Millionen vom Lärm geplagten Menschen in der Metropolregion ein Nachtflugverbot. In Echtzeit: Im November 2011 wird die vierte Rollbahn eingeweiht. Ein Nachtflugverbot gibt es nicht. Nur ein kleines grünes “Umwelthaus” als letztes Pseudo-Bürgerbeteiligungs-Trostpflaster.

Auf der morgigen Großdemo in Stuttgart startet eine Postkartenaktion an Verkehrsminister Ramsauer: Wir fordern eine bessere Bahn für die ganze Republik statt des Milliardengrabs in Stuttgart.

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February 15 2011

Frankfurt: Streit um neue Flugrouten – Demo 19.2.

Drei Jahre ist es nun her, seitdem der Ausbau des Frankfurter Flughafens planfestgestellt, zwei Jahre nachdem das Widerstandscamp der Ausbaugegner geräumt wurde. Nun wird es erneut laut um die Landebahn Nord-West. Die soll im Oktober in Betrieb gehen. Grund für das erneute Anschwellen des Protests sind die mit dem Ausbau verknüpften Neuerungen der Flugrouten. Auch die rheinland-pfälzische Regierung zeigt sich besorgt. Die von der Deutschen Flugsicherung (DFS) vorgestellten Flugrouten bringen eine erhöhte Fluglärmbelastung für Mainz und Rheinhessen mit sich. So steigen die Überflüge/Tag beispielsweise für den Ortsteil Weisenau (Mainz) von 23 auf 120, für Nierstein (Rheinhessen) von 77 auf 120. Ein direkt über Nierstein fliegendes Flugzeug löst dabei einen Lärmpegel von 78 dB aus. Das ist vergleichbar mit dem Lärm eines vorbeifahrenden Lasters.

Damit bricht der Streit um die Verteilung des Fluglärms los. Die von der Landesregierung Rheinland-Pfalz vorgestellten Alternativen lehnt der DSF allerdings ab: So berechne die eine nicht die notwendige Hindernisfreiheit mit ein, die andere senke mit ihrem Umweg die Wirtschaftlichkeit des Flughafens und würde den Ausbau des Flughafens quasi ad absurdum führen. Anfang März wird die Fluglärmkommission die neuen Routen entgültig festlegen.

Welche Kommunen es auch verstärkt treffen wird: Klar war von Beginn an, dass ein Flughafenausbau, der mehr Flugbewegungen nach sich zieht, logischerweise mehr Lärm erzeugen muss. Möglich, dass jedeR seine eigenen Beweggründe hat, wenn es am Samstag, den 19. Februar, auf der Demo in Mainz heißt: Gegen Fluglärm und den Ausbau des Frankfurter Flughafens.

Aglaia Abel, posted by

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December 01 2010

Baumfällungen im Querumer Forst haben begonnen

Seit Dienstag, den 30. November,  fallen erneut Bäume für die Verlängerung der Start- und Landebahn des Braunschweiger Regionalflughafens. 15 Hektar des Eichen-Hainbuchenwaldes wurden bereits Anfang des Jahres gerodet.

Nun sollen 17 weitere Hektar folgen; zusätzlich müssen auf 20 Hektar die Baumkronen gekappt werden. Bisher ist ein Harvester im Einsatz, der an verschiedenen Stellen des betroffenen Gebietes mosaikartig kleine Flächen rodet. Wahrscheinlich sollen damit erstmal Lagerflächen für die gefällten Bäume geschaffen werden. Begleitet werden die Arbeiten von zwei Polizeistreifen, die möglichen aufkommenden Widerstand im Auge behalten sollen. Im Januar gab es zahlreiche Behinderungsaktionen von Ausbaugegnern.

Der Protest trifft sich täglich um 15 Uhr auf dem Parkplatz des Sportheims in Waggum zu einer Mahnwache und freut sich über zahlreiche Unterstützung. An diesem Samstag, dem 4. Dezember, findet um 11 Uhr eine Demonstration in Braunschweig am Kohlmarkt statt.

Geschrieben von Aglaia Abel, posted by

November 28 2010

„Betonköpfe absägen – Querumer Forst erhalten“

Freitag Mittag entrollten wir ein Transparent mit der Botschaft “Betonköpfe absägen – Querumer Forst erhalten” vom Braunschweiger Rathaus. Am Eingang erlaubte uns der Pförtner den öffentlich zugänglichen Rathausturm zu besichtigen. Oben angekommen mussten wir aufgrund der Höhe erstmal schlucken, 40-50 Meter sind eben doch schon einiges. Doch da wir ausgebildete und gut ausgerüstete KletterInnen sind, setzten wir unser Vorhaben problemlos in die Tat um. Unten wurden sie von den BesucherInnen des Weihnachtsmarkts, der vor dem Rathaus stattfand, bejubelt.

Die in etwa 45 Metern Höhe hängenden Aktivisten

Die in etwa 45 Metern Höhe hängenden Aktivisten

Mit der Aktion wollten wir auf die kurz bevorstehende Naturzerstörung aufmerksam machen. Mit dem Querumer Forst handelt es sich um einen sehr alten Eichen-Hainbuchenwald, der für die Verlängerung der Start- und Landebahn des regionalen Flughafens fallen soll. Dass wieder einmal Natur sinnlos zerstört werden soll, um einen unbedeutenden Regionalflughafen auszubauen, wollen wir gemeinsam mit den Bürgerinitiativen vor Ort nicht widerstandslos hinnehmen.

von Aglaia, posted by

November 24 2010

Braunschweig: Waldfrevel für überflüssigen Flughafenausbau verzögert sich

Im Querumer Forst bei Braunschweig sollen über 10.000 Bäume „eingekürzt“ werden, um die Rollbahn des Provinzflughafens zu verlängern. Doch die ursprünglich für gestern geplante Kronenrasur hat noch nicht begonnen. Offiziell sind es Kapazitätsprobleme, doch möglicherweise hat die Flughafengesellschaft auch ein Problem mit der EU-Kommission. Denn diese prüft, ob die im Januar begonnenen Rodung und Kappung gegen europäisches Umweltrecht verstößt. Ein zweites Problem sind die Finanzen. Angeblich sichere Fördermittel fehlen. Der überraschende formale Rückzug vom wichtigsten Nutznießer des Ausbaus, der Volkswagen AG, aus der Flughafenbetreibergesellschaft, könnte hier seine Ursache haben. Die örtlichen Bürgerinitiativen und ROBIN WOOD halten die Augen offen …

Hintergrund zum Ausbau des Braunschweiger Flughafens

September 21 2010

Urteil wegen Baumbesetzung: Umweltschützer soll sich erziehen lassen

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat am vergangenen Donnerstag das Urteil im Strafprozess gegen einen Berliner Kletteraktivisten und Flughafenausbaugegner gesprochen. Dem Aktivisten wurde Hausfriedensbruch im Kelsterbacher Stadtwald vorgeworfen. Dort waren Bäume besetzt worden, um gegen die Zerstörung des Waldes für den extrem klimaschädlichen Ausbau des Frankfurter Flughafens zu protestieren. Der Staatsanwalt forderte dafür zwei Wochen Jugendarrest und verstieg sich zu der Behauptung, der Angeklagte brauche anscheinend Zeit „um über seinen Platz in Gesellschaft und Staat nachzudenken“. Das Gericht urteilte auf 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit und Teilnahme an einer umfangreichen therapeutischen Maßnahme. Der Aktivist hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Zum ausführlichen Prozessbericht

September 13 2010

Gericht verhandelt hinter verschlossenen Türen gegen Umweltaktivisten

Am kommenden Donnerstag, 16.September, um 10 Uhr beginnt vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten der dritte Verhandlungstag im Strafprozess gegen einen Berliner Kletteraktivisten und Flughafenausbaugegner. Im Zusammenhang mit einer Baumbesetzung im August 2009 im Kelsterbacher Wald gegen den Bau einer weiteren Landebahn für den Frankfurter Flughafen wirft ihm die Staatsanwaltschaft Hausfriedensbruch vor. Der Strafbefehl fordert 15 Tagessätze. Am zweiten Prozesstag – er fand in einem Hochsicherheitssaal statt – schloss der Richter jegliche Öffentlichkeit vom gesamten weiteren Verfahren aus. Donnerstag sollen als erste Zeugen zwei Staatsschützer aus Frankfurt eingeflogen werden.

Unterstützer_innen des Aktivisten treffen sich am Donnerstag um 9:30 Uhr vor dem Eingang Wilsnacker Straße.

August 14 2010

ROBIN WOOD Aktion über dem Main

Im Rahmen der Floßtour seilten sich am 14. August gegen 15.30 Uhr zwei AktivistInnen von ROBIN WOOD vom Holbeinsteg in Frankfurt ab und entrollten ein 7 mal 8 Meter großes Transparent über dem Main. Es trug die Aufschrift „Ruhestörer! Klimakiller! Fraport kielholen!“. Kielholen bezeichnet eine frühere Form der Disziplinarstrafe auf hoher See.

Aktion gegen die Fraport in FFM Fotot: ROBIN WOOD

Aktion gegen die Fraport in FFM Fotot: ROBIN WOOD

Der Flughafenbetreiber Fraport steht insbesondere für den Bau der Landebahn Nord-West in der Kritik. Er führt zu einer Zunahme der jährlichen Flugbewegungen von 500.000 auf 750.000, technisch möglich wären bis zu einer Million. Dabei ist Fliegen das klimaschädlichste Fortbewegungsmittel. Flugzeugabgase setzen eine Vielzahl klimawirksamer Stoffe frei, die aufgrund der Höhe der Freisetzung um ein Vielfaches schädlicher sind als am Boden.

Die Lebensqualität der Rhein-Main-Region wird nicht nur durch Emissionen schwer belastet, sondern auch durch den stetig steigenden Fluglärm. Die Politik bricht ihr vor Baubeginn der Landebahn Nord-West gegebenes Versprechen, ein absolutes Nachtflugverbot von 23 Uhr bis 5 Uhr einzuführen. Die hessische Landeregierung legte gegen das Urteil des VGH in Kassel zum Planfeststellungsbeschluss Revision ein. Sie befürwortet auch eine Änderung des Luftfahrtgesetzes auf Bundesebene.

May 25 2010

Koch geht

Schluß mit Baggern — Roland Koch geht. (Foto: Nils Bremer, Lizenz: CC BY-NC)

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat heute seinen Rücktritt angekündigt. Diese Nachricht platzte mitten in die ROBIN WOOD-Proteste gegen die Eröffnung eines Teilstücks der A44 im hessischen Örtchen Helsa. Dort ist gerade zur Inszenierung des ersten Spatenstichs Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) und muss sich nun mit Journalistenfragen nach den Gründen für den Rücktritt von Koch auseinandersetzen. Posch erklärte, er habe aus Agenturmeldungen erfahren, dass Koch seine politischen Ämter niederlegen wolle. Es handle sich um eine persönliche Entscheidung des Regierungschefs. Koch selbst will heute Mittag in Wiesbaden eine Pressekonferenz geben.

Kochs Rücktritt könnte neue Perspektiven für die (Verkehrs-)politik in Hessen eröffnen. ROBIN WOOD übt seit Jahren harte Kritik an Koch, insbesondere daran, dass er Mega-Infrastrukturprojekte wie den Ausbau des Frankfurter Flughafens ohne Rücksicht auf Mensch und Natur durchsetzte.

Sollten sich allerdings erste Meldungen bestätigen, wonach der jetzige Innenminister Volker Bouffier die Nachfolge von Koch antritt, würden wir vom Regen in die Traufe kommen.

Auf unserer Webseite gibt es noch mehr Infos zur A44 und den heutigen Protesten.

April 20 2010

Der Vulkan, die Ruhe und das Klima

Der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull zeigt unerwartet positive Effekte. So werden täglich knapp 200.000 Tonnen Kohlendioxid durch die Flugverbote eingespart.

Schade, dass solche Einsparungen immer erst durch Überraschungen von außen möglich sind und nicht der Flugverkehr koordiniert zurückgefahren wird.

Auch bei der Mahnwache in Kelsterbach gegen die Landebahn Nord-West, für die tausende Bäume gefällt wurden, stellen sich positive Effekte ein. Der Fluglärm sei dort, besonders Nachts deutlich zurückgegangen, berichten Aktive von ROBIN WOOD.

Weiter Informationen zum Flugverkehr gibt es hier.

February 03 2010

Offener Brief an VW und Film zum Querumer Forst

In einem von ROBIN WOOD initiierten offenen Brief fordern acht Umweltverbände von VW, die Arbeiten im Querumer Forst bei Braunschweig zu stoppen.

Der Querumer Forst soll für eine Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg gefällt werden. Dies ist für VWs Firmenjet nötig, damit die Manager nicht mehr wie bisher ca. 60km fahren müssen, um im voll betankten Flugzeug um die Welt zu reisen.

Der NABU Niedersachsen hatte versucht, auf gerichtlichem Weg einen Baustopp zu erzwingen, leider ohne Erfolg. Vom Flughafenausbau betroffen ist ein Naturschutzgebiet mit mehr als 200 Jahren alten Eichen und Hainbuchen gibt. Noch können die sinnlosen Arbeiten gestoppt werden, auch wenn bereits einige Hektar Wald gefällt wurden.

Auch extra3 nahm sich des Problems an und kommentierte das Projekt in gewohnt ironischer Weise.

Mitunterzeichner des offenen Briefes zur Rettung des Querumer Forsts sind u.A. der BUND Niedersachsen  und das Forum für Umwelt und Entwicklung.

January 18 2010

Galadiner und Kettensägen

Am Samstag, den 16. Januar, lud VW zum Galadiner “Gaumenfreude und Klassik” in die Gläserne Fabrik in Dresden. ROBIN WOOD-AktivistInnen verteilten Flugblätter “Kettensägen und Beton statt Gaumenfreude und Klassik” an die Gäste und spannten ein Transparent “Stoppt VW. Rettet 60.000 Bäume”. Sie protestierten damit gegen die Baumfällungen im Querumer Forst und forderten von VW:

  • Verzichten Sie sofort auf den Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg!
  • Stoppen Sie den Kahlschlag im Querumer Forst!
  • Machen Sie ernst mit Klima- und Umweltschutz!
Galadiner und Kettensägen

Aktion bei Volkswagen in Dresden: Galadiner und Kettensägen

December 04 2009

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